NIEMAND sollte etwas machen, was er furchtbar findet und niemand etwas, das er nicht kann


Am Wochenende habe ich mir die Rednernacht in

Köln von GEDANKENtanken angehört. Einige

Speaker davon waren sehr inspirierend, andere

wiederum für mich nicht so interessant. Aber so ist

das ja immer. Jeder nimmt bei so einer Veranstaltung

das für sich Passende mit.

Doch fast in jeden Vortrag ging es letztlich um ein

erfülltes Leben. Und darum seinen Traum zu leben. Sich selbst zu verwirklichen. Seine Beruf-ung zu leben und zu lieben.


Doch muss das wirklich sein, um glücklich und zufrieden zu sein?


Mich stört daran natürlich überhaupt nichts, wenn Menschen ihren Job lieben - mich stört es aber, so zu tun, als wäre das der Normalzustand und jeder müsse „aussteigen“ und seiner „Berufung“ folgen.


Ich glaube nicht, dass Millionen Angestellte und Arbeiter ein unglückliches Leben führen. Sie arbeiten im Supermarkt, in der Verwaltung, bei der Versicherung, fahren einen Bus.... was auch immer. Und das ist doch die große Masse unserer Bevölkerung! Und diese müssen sich angesichts der vielen Berichte über Leute, die aussteigen und sich mit ihrer Arbeit einen Lebenstraum erfüllen, ja vorkommen, als machen sie in ihrem Leben irgendetwas falsch. Wer nicht jeden Tag in seinem Job vor Glück strahlt, der macht etwas falsch? Bullshit!


Ich kenne echt viele Menschen, die mit ihrer Arbeit „nur“ ihren Lebensunterhalt verdienen wollen und dafür haben sie sehr viele andere Dinge, die sie glücklich machen im Leben: Familie, Freunde, Sport, Reisen... Der Job muss bei ihnen nicht alle Bedürfnisse erfüllen! Diese unzähligen Berichte und Vorträge über Leute, die aus ihrer Routine ausbrechen und stattdessen etwas Exotisches oder Aufredendes machen, vermittelt doch jeden „gewöhnlichen“ Arbeitenden schnell den Eindruck: Es genügt nicht, was ich mache.


Die Geschichten vom Anwalt, der aussteigt und eine Surferschule eröffnet, weil er seinem Herzen folgt, hört sich toll an. Keine Frage. Doch so einfach ist es ja oft nicht. Wer für seine Familie Raten fürs Eigenheim abzahlt und für den Unterhalt sorgt, kann nicht mal eben seinem Herzen folgen.


Leidenschaft und Sinnerfüllung sind ohne Frage wichtig im Leben, ersetzen aber weder Kompetenz noch Zuverlässigkeit. Ich möchte, dass mein Handwerker oder Arzt seine Arbeit gut macht, ob mit oder ohne Selbstverwirklichung. Viele Jobs bestehen doch zu einem Großteil aus Routine und das sorgt nun mal für eine geringe Fehlerquote.


Natürlich möchte niemand eine sinnlose Tätigkeit ausüben, aber doch auch hier hängt die Latte viel zu hoch. Jeder findet eine Schule in Afrika als sinnvoll, aber eine Grundschullehrerin bei uns wird müde belächelt. Nur weil etwas alltäglich und weniger exotisch ist, ist es nicht automatisch weniger sinnvoll. Im Krankenhaus zu putzen ist z. B. aus hygienischen Gründen lebensnotwendig - nur wer schätzt das in unserer Gesellschaft?


Darum nimm dir bitte den Druck, wenn das was du tust, für dich nur „ein Job“ ist. Wichtig ist nur, dass du ihn nicht furchtbar findest, aber davon hängt nicht deine Glückseligkeit oder ein erfülltes Leben ab! Das kannst du sehr wohl auch in anderen Bereichen deines Lebens finden.


Get in touch, Deine Janina

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